Trockenbauwände und einhergehende Probleme

Immer öfter werden Trockenbauwände auch in Privatwohnungen erstellt. Früher waren solche Leichtbauwände nur in Büroräumen zu finden, aber die leichte und schnelle Verarbeitung verleitet zunehmend Heimwerker und Hobbyhandwerker dazu, sich so etwas auch ins eigene Heim zu bauen.

Entweder werden alte Mauerwerksflächen verkleidet, oder es werden zusätzliche Wände in vorhandene Räume eingezogen. Erstellt werden diese Wände mit Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten meist auf einem Ständerwerk aus Holzlatten, aber zunehmend auch mit Hilfe von verzinkten Blechprofilen, die miteinander verschraubt werden. Die verwendeten Materialien werden gewählt, weil sie leicht und schnell zu verarbeiten sind und das sogar von Laien, weil sie kaum zusätzliche Feuchtigkeit auf die Baustelle bringen und vor allem, weil sie in jedem Baumarkt verfügbar sind. Gerne werden innerhalb der hohlen Wandkonstruktionen Elektrokabel oder Wasser– beziehungsweise Heizungsrohre verlegt.

Was bei den ganzen Basteleien in der Regel nicht beachtet wird, sind Probleme baubiologischer Natur: Durch Spannung in den Elektrokabeln, also so wie sie sich in nahezu allen Wohnungen finden, werden elektrische Wechselfelder erzeugt. Baubiologische Messungen haben unter anderem den Zweck, solche Felder auf minimale Werte zu reduzieren. Die Felder werden von Baubiologen als Stressfaktoren für das menschliche Immunsystem angesehen, weshalb sie zu vermeiden sind oder so gering wie möglich gehalten werden sollen.

Bei Leichtbauwänden mit Metallständer–Elementen und innen verbauten Kabeln ist das nur schwer zu schaffen. Solange Spannung auf der so verlegten Elektroinstallation anliegt, werden die emittierten Felder sogar über die gesamten Flächen der Wände weiter verbreitet und jedes Möbelstück und jeder Körper in deren Nähe werden in die Felder einbezogen. Das lässt sich nur vermeiden, wenn die Metallträger geerdet werden, oder wenn die Sicherungen der beteiligten Stromkreise abgeschaltet werden. Auch die Verwendung von abgeschirmten Kabeln würde helfen.

»Geerdet sind die Metallprofile nahezu nie,« sagt der Bramscher Baubiologe Siegfried Münstermann, der seit über fünf Jahren Baubiologische Messungen durchführt. »Selbst wenn die Wände von Profis errichtet werden, wird die vorgeschriebene Erdung meist einfach vergessen. Das führt zu vollflächigen und sehr starken Feldern.« Münstermann weiter: »Zum Vermeiden dieser Felder kann man sogenannte Netzabkoppler in den Sicherungskästen nachrüsten, oder man muss unter bestimmten Umständen die gesamten Wandflächen mit elektrisch leitfähiger Abschirmfarbe streichen und diese erden. Das sollte man aber nie ohne eine vorherige Messung durch den Experten machen, denn manchmal kann man die gesamte Situation dadurch noch verschlimmern!«

Auch bei Feuchtigkeit und Wasserschäden, z. B. durch Undichtigkeiten oder Schäden an den Rohren, sind Leichtbauwände eher bedenklich: »Sind solche Wände durchfeuchtet, so kann man sie nie mehr schimmelfrei bekommen, selbst wenn sie getrocknet werden könnten.« Münstermann, der auch als Gutachter und Schimmelsachverständiger tätig ist: »Zumindest auf den Innenseiten der hohlen Wandkonstruktion ist immer sicher Schimmel gewachsen, der Sporen bildet und durch Ritzen und Spalten die Atemluft in den Wohnräumen mit Schimmelpartikeln oder muffigen Gerüchen belastet. Und wenn es irgendwann wieder feucht werden sollte, oder die Trocknungsmaßnahmen nicht ganz erfolgreich sind, was meist der Fall ist, dann wächst der Schimmel munter weiter.«

Sind Gipskarton– oder Gipsfaserplatten einmal feucht geworden, so ist die einzig sinnvolle Sanierungsmaßnahme die vollständige Entfernung allen feuchten beziehungsweise verschimmelten Materials unter Vermeidung von Staubentwicklung beziehungsweise bei einer luftdichten Einhausung des Schadensbereiches. »Durch unsachgemäße Trocknungsversuche kann ein Schaden sogar noch vergrößert werden, wenn Schimmelsporen und –partikel durch die Luftströmungen in nicht kontaminierte Wohnungsbereiche geblasen werden.«

Leichtbauwände sind also zwar schnell und billig zu erstellen, die damit einhergehenden Probleme können aus baubiologischer und hygienischer Sicht aber schnell sehr gravierend werden.

Hat man so etwas in der Wohnung, sollte man sich am besten fachkundigen Rat holen. Um gesund zu wohnen, kann man Baubiologen beauftragen, die Wohnung oder das Haus auf oben erwähnte Gefährdungen zu untersuchen. Eine gute Adresse für kostenlosen telefonischen Rat und bei Bedarf Begutachtungen durch fachkundige, unabhängige Sachverständige sind die Beratungsstellen von BIOLYSA e. V. Adressen der Beratungsstellen findet man im Netz: www.biolysa.de Deren Baubiologen sind bundesweit tätig. Info–Telefon des Vereinsvorsitzenden: 0911 – 1809 874.